Berlin, du faszinierende Metropole! Immer in Bewegung, immer im Wandel. Und mittendrin, oder besser gesagt, am südöstlichen Rand, thront er: der Flughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“, kurz BER. Lange war er das Dauerthema in den Nachrichten, ein Synonym für Verzögerungen und Pannen. Doch hinter den Schlagzeilen verbirgt sich eine Geschichte, die so vielschichtig ist wie Berlin selbst. Wir tauchen heute tief ein in die Flughafen BER Hintergründe, beleuchten seine Entwicklung, die Herausforderungen, die er gemeistert hat, und werfen einen Blick auf seine aktuelle Rolle und Zukunft. Bereit für eine Reise, die weit über Start- und Landebahnen hinausgeht? Dann schnall dich an!
Key Facts zum Flughafen BER
- Historische Wurzeln: Der BER entstand aus dem ehemaligen Flughafen Berlin-Schönefeld (SXF), dessen Geschichte bis zu den Henschel Flugzeug-Werken im Jahr 1934 zurückreicht.
- „Single Airport“-Konzept: Nach der Wiedervereinigung wurde 1996 beschlossen, Schönefeld zum einzigen Großflughafen Berlins auszubauen, um Tegel und Tempelhof zu ersetzen. Tempelhof schloss 2008, Tegel 2020.
- Lange Bauzeit: Der Baubeginn war 2006, die Eröffnung erfolgte jedoch erst am 4. November 2020 – mit über neun Jahren Verspätung.
- Terminal 5 Geschichte: Das alte Schönefelder Abfertigungsgebäude wurde zunächst als Terminal 5 des BER genutzt, aber bereits im Februar 2021 vorübergehend und im November 2022 dauerhaft für den Passagierverkehr stillgelegt.
- Wirtschaftsmotor: Der BER ist heute ein wichtiger Jobmotor und Wirtschaftsfaktor für die Hauptstadtregion, der Berlin und Brandenburg mit Metropolen weltweit verbindet.
- Zwei Start- und Landebahnen: Der Flughafen verfügt über zwei unabhängig voneinander nutzbare Start- und Landebahnen sowie ein flexibles Rollbahnsystem für hohe Leistungsfähigkeit.
- Lärmschutz: Nachtflugregelungen, moderne Anflugverfahren und angepasste Flugrouten sollen die Lärmbelastung für Anwohner minimieren.
Die lange Reise zum Start – Von Schönefeld zum BER
Die Geschichte des Flughafens BER ist untrennbar mit der des ehemaligen Flughafens Berlin-Schönefeld verbunden. Was viele nicht wissen: Schon 1934 begann hier der Bau der Henschel Flugzeug-Werke, die im Zweiten Weltkrieg über 14.000 Flugzeuge produzierten. Nach der Besetzung durch sowjetische Truppen 1945 wurde Schönefeld 1947 zum zivilen Flughafen und entwickelte sich zum Zentralflughafen der DDR.
Pläne für einen Ausbau gab es bereits in den 1960er Jahren, doch erst nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 wurde die Notwendigkeit eines modernen Großflughafens für Berlin-Brandenburg wirklich greifbar. 1996 fiel die Entscheidung: Schönefeld sollte zum leistungsfähigen „Single Airport“ ausgebaut werden, der die Flughäfen Tegel und Tempelhof ersetzen würde. Tempelhof schloss Ende Oktober 2008, Tegel folgte sechs Monate nach der BER-Inbetriebnahme.
Der Planfeststellungsbeschluss erging 2004, verbunden mit zahlreichen Auflagen zum Lärm- und Umweltschutz. 2006 begannen die Bauarbeiten, die sich jedoch über viele Jahre hinziehen sollten. Die ursprüngliche Nordbahn (07L/25R) wurde 2007 geschlossen und teilweise renaturiert, während die Südbahn (ehemals 07R/25L) verlängert und modernisiert wurde, um dann als Nordbahn des neuen BER zu dienen. Ein komplexes Unterfangen, das die Flughafen BER Hintergründe maßgeblich prägte und uns allen noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Herausforderungen und Kontroversen: Was den BER prägte
Die Geschichte des BER ist auch eine Geschichte voller Herausforderungen und Kontroversen. Von der ursprünglichen Planung bis zur tatsächlichen Eröffnung gab es immer wieder Rückschläge. Technische Mängel, insbesondere im Brandschutzsystem, führten zu immer neuen Verzögerungen und trieben die Kosten in die Höhe. Der Flughafen wurde zum nationalen Symbol für gescheiterte Großprojekte, was die Gemüter erhitzte und die öffentliche Debatte über Jahre dominierte.
Die Schließung des Flughafens Tegel, der bei vielen Berlinern und Brandenburgern wegen seiner zentralen Lage und kurzen Wege beliebt war, war ebenfalls ein emotionales Thema. Doch die Notwendigkeit eines modernen, zentralen Flughafens für die Hauptstadtregion war unbestreitbar. Die Vision war es, einen Airport zu schaffen, der nicht nur Passagiere abfertigt, sondern auch als wichtiger Wirtschaftsfaktor und Tor zur Welt dient. Diese Vision, die die Flughafen BER Hintergründe so spannend macht, ist heute Realität geworden.
Ein weiterer Aspekt der Flughafen BER Hintergründe ist die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Fluglärm. Die Planfeststellung von 2004 enthielt bereits umfangreiche Auflagen, um die Lärmbelastung für die Anwohner zu minimieren. Moderne Anflugverfahren und angepasste Flugrouten sind nur einige der Maßnahmen, die ergriffen wurden, um die Lebensqualität in den umliegenden Gemeinden zu schützen. Die Gemeinsame Obere Luftfahrtbehörde Berlin-Brandenburg (LUBB) überwacht diese Bestimmungen kontinuierlich und veröffentlicht Schallschutzberichte, um Transparenz zu gewährleisten.
Der BER heute: Ein Wirtschaftsmotor mit Zukunftsperspektiven
Nach all den Turbulenzen hat sich der BER etabliert und ist heute ein integraler Bestandteil der Infrastruktur der Hauptstadtregion. Er ist nicht nur ein Verkehrsflughafen, sondern auch ein wichtiger Jobmotor und Wirtschaftsfaktor. Mit seinen zwei unabhängig voneinander nutzbaren Start- und Landebahnen und einem flexiblen Rollbahnsystem gewährleistet er eine hohe und reibungslose Leistungsfähigkeit.
Der BER ist das Herzstück der Airport Region Berlin Brandenburg und ihr Tor zur Welt. Er verbindet die Hauptstadtregion mit Metropolen in Europa, Asien und Nordamerika und bietet beispielsweise für den asiatischen Wirtschaftsraum kürzere Flugzeiten als vergleichbare Flughäfen in Paris oder London. Diese direkten Verbindungen sind für viele Unternehmen ein relevanter Erfolgs- und Standortfaktor und tragen maßgeblich zur wirtschaftlichen Entwicklung der Region bei. Wer mehr über die zukünftige Verkehrspolitik in Berlin erfahren möchte, findet spannende Einblicke in unserem Beitrag Berlins Wege in die Zukunft: Was die Verkehrspolitik 2025 für dich bereithaelt.
Auch die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist hervorragend, was die Reise zum und vom Flughafen für viele Passagiere komfortabel macht. Der FEX und verschiedene Regionalbahnen wie der RE2, RE20, RB22, RB24 und RB32 verbinden den BER direkt mit dem Berliner Hauptbahnhof und anderen wichtigen Knotenpunkten.
Aktuelle Schlagzeilen und Betriebsalltag
Selbst nach der Eröffnung bleibt der BER ein Thema in den Nachrichten. Die Flughafen BER Hintergründe umfassen auch aktuelle Ereignisse, die den Betriebsalltag beeinflussen können. So wurde am 6. Oktober 2025 bekannt, dass das IT-System zur Passagierabfertigung nach einem Cyberangriff auf einen IT-Dienstleister wieder voll funktionstüchtig ist. Der Angriff hatte europaweit zu langen Wartezeiten beim Check-in und der Gepäckausgabe geführt.
Nur wenige Wochen später, am 1. November 2025, musste der Flugbetrieb am BER wegen der Sichtung einer Drohne vorübergehend eingestellt werden. Solche Vorfälle, die Starts und Landungen gefährden können und in Flughafennähe streng verboten sind, nehmen leider zu und stellen eine ernstzunehmende Herausforderung für die Flugsicherheit dar. Diese Ereignisse zeigen, dass ein moderner Flughafen ständig mit neuen Bedrohungen und Anforderungen konfrontiert ist, die ein hohes Maß an Wachsamkeit und Anpassungsfähigkeit erfordern. Für alle, die sich für die Geschichte der Luftfahrt interessieren, lohnt sich ein Blick auf unseren Artikel Abheben in die Geschichte: Neuigkeiten zur Luftfahrt-Sammlung im Technikmuseum Berlin.
Fazit
Der Flughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“ hat eine wahrhaft bewegte Geschichte hinter sich. Von den bescheidenen Anfängen der Henschel Flugzeug-Werke über die Rolle als DDR-Zentralflughafen bis hin zum modernen internationalen Drehkreuz – die Flughafen BER Hintergründe sind ein Spiegelbild deutscher Ingenieurskunst, politischer Entscheidungen und unermüdlicher Beharrlichkeit. Trotz aller Schwierigkeiten und Verzögerungen hat sich der BER zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Hauptstadtregion entwickelt. Er ist ein Motor für die Wirtschaft, ein Tor zur Welt und ein Symbol dafür, dass auch die komplexesten Projekte irgendwann ihren erfolgreichen Abschluss finden können. Der BER ist mehr als nur ein Flughafen; er ist ein lebendiges Stück Berlin-Brandenburg, das sich ständig weiterentwickelt und uns immer wieder aufs Neue fasziniert. Wir können gespannt sein, welche Geschichten der BER in Zukunft noch schreiben wird.
FAQ
Wann wurde der Flughafen BER offiziell eröffnet?
Der Flughafen Berlin Brandenburg „Willy Brandt“ (BER) wurde am 4. November 2020 um 05:30 Uhr (Ortszeit) offiziell in Betrieb genommen, nach einer langen Planungs- und Bauphase.
Welche Rolle spielte der alte Flughafen Schönefeld für den BER?
Der BER entstand aus dem ehemaligen Flughafen Berlin-Schönefeld (SXF). Das alte Abfertigungsgebäude von Schönefeld wurde zunächst als Terminal 5 des BER genutzt, aber später dauerhaft für den Passagierverkehr stillgelegt, um das „Single-Roof-Konzept“ des Midfield Terminals umzusetzen.
Welche aktuellen Herausforderungen gibt es für den BER?
Zu den aktuellen Herausforderungen gehören Cyberangriffe auf IT-Dienstleister, die den Flugbetrieb beeinträchtigen können, sowie die Zunahme von Drohnensichtungen in Flughafennähe, die zu vorübergehenden Sperrungen führen können.







