Das Deutsche Historische Museum (DHM) in Berlin ist eine feste Größe für alle, die sich für die deutsche Geschichte begeistern. Obwohl das ikonische Zeughaus derzeit für eine umfassende Sanierung und die Neugestaltung der Dauerausstellung geschlossen ist, bietet der moderne Pei-Bau weiterhin spannende Wechselausstellungen. Entdecke, wie das DHM Vergangenheit und Gegenwart verbindet, welche faszinierenden Einblicke dich erwarten und warum dieses Museum auch während des Umbaus ein absolutes Highlight für deine Berlin-Reise ist.
Berlin ist eine Stadt, die Geschichte atmet – an jeder Ecke, in jedem Kopfsteinpflaster, in jedem Gebäude. Und mittendrin, als pulsierendes Herz dieser historischen Erzählung, steht das Deutsche Historische Museum (DHM). Wenn du dich für die vielschichtige und oft bewegte Geschichte Deutschlands interessierst, dann ist das DHM ein absolutes Muss auf deiner Reiseliste. Es ist nicht nur ein Ort der Bewahrung, sondern auch ein lebendiger Raum, der zum Nachdenken anregt und dir multiperspektivische Einblicke in die Vergangenheit ermöglicht.
Vielleicht hast du gehört, dass das berühmte Zeughaus, das barocke Prunkstück des Museums, gerade saniert wird und die Dauerausstellung erneuert wird. Das stimmt! Aber keine Sorge, das bedeutet keineswegs, dass das DHM seine Pforten verschlossen hält. Ganz im Gegenteil: Im angrenzenden, architektonisch beeindruckenden Pei-Bau erwarten dich weiterhin hochkarätige Wechselausstellungen, die aktuelle Themen aufgreifen und dir neue Perspektiven auf die deutsche Geschichte eröffnen. Begleite uns auf eine Entdeckungsreise durch die Neuigkeiten und Highlights dieses einzigartigen Museums, das sich immer wieder neu erfindet und dich mitnimmt auf eine spannende Zeitreise.
Key Facts zum Deutschen Historischen Museum
Das Deutsche Historische Museum ist ein wahrer Schatz für Geschichtsbegeisterte. Hier sind die wichtigsten Fakten, die du kennen solltest:
- Gründung und Standort: Das DHM wurde 1987 in West-Berlin gegründet und hat seinen Sitz seit der Wiedervereinigung im historischen Zeughaus und dem modernen Pei-Bau Unter den Linden in Berlin-Mitte.
- Architektonisches Duo: Es besteht aus zwei markanten Gebäuden: dem über 300 Jahre alten barocken Zeughaus, entworfen von Architekten wie Andreas Schlüter, und dem lichtdurchfluteten Erweiterungsbau des weltberühmten Architekten Ieoh Ming Pei.
- Aktuelle Schließung des Zeughauses: Das Zeughaus ist seit Juni 2021 für umfangreiche Sanierungsarbeiten und die Erarbeitung einer komplett neuen Dauerausstellung geschlossen. Ein Abschlussdatum steht noch nicht fest (Stand: Februar 2026).
- Offener Pei-Bau: Der moderne Pei-Bau bleibt geöffnet und beherbergt die wechselnden Sonderausstellungen, die sich prägenden Ereignissen und Personen der deutschen Geschichte widmen.
- Umfassende Sammlung: Das Museum verfügt über eine einzigartige Sammlung von rund einer Million historischen Objekten, die die deutsche Geschichte vom frühen Mittelalter bis zur Gegenwart abbildet.
- Digitale Angebote: Neben den physischen Ausstellungen bietet das DHM umfangreiche digitale Ressourcen, darunter die Objektdatenbank mit über 600.000 Einträgen und das Online-Portal „Lebendiges Museum Online (LeMO)“.
- Besucherzahlen: Mit jährlich rund 800.000 Besuchern zählt das DHM zu den meistbesuchten Museen Berlins.
Ein architektonisches Juwel im Wandel: Zeughaus und Pei-Bau
Stell dir vor, du stehst Unter den Linden in Berlin. Vor dir erstreckt sich eine beeindruckende Allee, gesäumt von historischen Gebäuden. Eines davon ist das Zeughaus, ein Meisterwerk des Barocks, das seit über 300 Jahren die Blicke auf sich zieht. Seine Fassade, geschmückt mit den berühmten Masken der sterbenden Krieger von Andreas Schlüter, erzählt Geschichten von Macht und Vergänglichkeit. Dieses historische Gebäude ist seit 1990 die Heimat des Deutschen Historischen Museums und beherbergte lange Zeit die beeindruckende Dauerausstellung zur deutschen Geschichte. Aktuell ist das Zeughaus jedoch geschlossen, denn es wird umfassend saniert und für eine brandneue Dauerausstellung vorbereitet. Die Klimatechnik muss erneuert und die Ausstellungsräume modernisiert werden, um den Anforderungen eines zeitgemäßen Museums gerecht zu werden.
Doch direkt daneben, fast wie ein futuristisches Gegenstück, erhebt sich der Pei-Bau. Dieser Erweiterungsbau, entworfen von dem weltberühmten Architekten Ieoh Ming Pei (bekannt für seine Pyramide am Louvre), ist ein architektonisches Highlight für sich. Mit seiner charakteristischen schneckenförmigen Struktur und den zahlreichen Glasflächen lässt er viel Licht herein und schafft eine luftige, offene Atmosphäre. Der Pei-Bau ist das pulsierende Herz des DHM während der Sanierungsphase des Zeughauses. Hier finden die spannenden Wechselausstellungen statt, die das Museum zu einem dynamischen und immer wieder neuen Erlebnis machen. Der Kontrast zwischen dem altehrwürdigen Barock des Zeughauses und der modernen Eleganz des Pei-Baus ist faszinierend und symbolisiert perfekt die Mission des DHM: Geschichte nicht nur zu bewahren, sondern sie auch immer wieder neu zu interpretieren und zugänglich zu machen.
Spannende Einblicke: Aktuelle und zukünftige Ausstellungen
Auch wenn die Dauerausstellung im Zeughaus pausiert, ist der Pei-Bau alles andere als still. Hier kannst du dich auf eine Reihe von hochkarätigen Wechselausstellungen freuen, die dich tief in spezifische Themen der deutschen Geschichte eintauchen lassen. Bis zum 22. März 2026 hast du noch die Gelegenheit, die Ausstellung „Roads not Taken. Oder: Es hätte auch anders kommen können“ zu besuchen. Diese faszinierende Schau beleuchtet 14 Wendepunkte der deutschen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts und fragt, welche alternativen Wege Deutschland hätte einschlagen können. Ein spannender Ansatz, der zum Nachdenken über die Kontingenz historischer Entwicklungen anregt und dir zeigt, dass Geschichte oft kein vorbestimmter Pfad war.
Ab dem 14. November 2025 startet eine weitere vielversprechende Ausstellung: „Natur und deutsche Geschichte. Glaube – Biologie – Macht“, die bis zum 7. Juni 2026 zu sehen sein wird. Diese Ausstellung verspricht, die komplexen Beziehungen zwischen Mensch, Natur und Macht in der deutschen Geschichte zu beleuchten – ein hochaktuelles Thema, das weit über historische Fakten hinausgeht.
Und schon jetzt kannst du dich auf einen Blick in die Zukunft freuen: Ab dem 8. Mai 2026 öffnet die Ausstellung „OBJEKTE. GESCHICHTE. GESCHICHTEN. BLICK IN DIE SAMMLUNG“ ihre Pforten. Sie wird bis zum 31. Oktober 2027 laufen und dir sicherlich einen Vorgeschmack auf die Vielfalt und Tiefe der DHM-Sammlung geben, die dann in der neuen Dauerausstellung wieder voll zur Geltung kommen wird. Diese Ausstellungen sind nicht nur informativ, sondern auch didaktisch hervorragend aufbereitet und bieten dir eine einzigartige Möglichkeit, die deutsche Geschichte aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.
Mehr als nur Exponate: Sammlungen und digitale Welten
Das Deutsche Historische Museum ist weit mehr als nur ein Ort für Ausstellungen. Es ist ein riesiges Archiv der deutschen Geschichte, das eine beeindruckende Sammlung von rund einer Million Objekten beherbergt. Von Alltagskultur über Militaria bis hin zu Kunstwerken und Dokumenten – hier findest du Zeugnisse aus über 1500 Jahren deutscher Geschichte.
Ein besonderes Highlight für alle, die gerne digital auf Entdeckungsreise gehen, ist die Objektdatenbank des DHM. Sie ist die umfassendste ihrer Art in Deutschland und bietet dir online Zugang zu über 600.000 Objekten, von denen etwa 70 Prozent mit einem digitalen Foto versehen sind. Das ist eine fantastische Möglichkeit, schon von zu Hause aus in die Sammlungen einzutauchen und dich auf deinen Besuch vorzubereiten oder die Eindrücke nachzubereiten.
Ein weiteres herausragendes digitales Angebot ist das „Lebendige Museum Online (LeMO)“. Dieses Online-Portal zur deutschen Geschichte ist ein Kooperationsprojekt des DHM und bietet dir multimediale Inhalte, Texte und Bilder, um die deutsche Geschichte interaktiv zu erkunden. Egal, ob du dich für die Zeit des Nationalsozialismus, die deutsche Wiedervereinigung oder andere Epochen interessierst, LeMO ist eine unschätzbare Quelle für fundiertes Wissen.
Und wenn du nach all den Eindrücken noch Lust auf cineastische Erlebnisse hast, dann ist das Zeughauskino genau das Richtige für dich. Obwohl das Zeughaus geschlossen ist, hat das Kino seinen Betrieb in den Pei-Bau verlegt und bietet ein täglich wechselndes Programm, das historische und filmgeschichtliche Fragestellungen miteinander verbindet. Ein perfekter Abschluss für einen Tag voller Geschichte und Kultur.
Geschichte für alle: Bildung und Barrierefreiheit
Das Deutsche Historische Museum versteht sich als ein Ort der Begegnung und des Austauschs, der Geschichte für alle zugänglich machen möchte. Deshalb legt es großen Wert auf vielfältige Bildungsangebote und Barrierefreiheit. Ein herausragendes Projekt ist „Multaka – Treffpunkt Museum“. Seit 2015 bietet das DHM spezielle Führungen für Arabisch und Persisch sprechende Besucher an. „Multaka“ bedeutet im Arabischen „Treffpunkt“ und ermöglicht Geflüchteten und anderen Besuchern aus dem Vorderen Orient, die Ausstellungen durch ihre eigenen kulturellen und historischen Erfahrungen zu interpretieren und so einen interkulturellen Dialog zu fördern.
Auch für Menschen mit körperlichen Einschränkungen gibt es spezielle Angebote. Es werden regelmäßig Führungen mit Übersetzung in Deutscher Gebärdensprache (DGS) sowie Führungen mit ausführlichen Objektbeschreibungen für blinde und sehbehinderte Personen angeboten. Zudem sind alle Ausstellungsräume im Pei-Bau stufenlos zugänglich und mit rollstuhlgerechten Fahrstühlen erreichbar. Rollstühle und mobile Sitzgelegenheiten können am Infostand ausgeliehen werden.
Für Familien und Kinder gibt es ebenfalls maßgeschneiderte Programme, wie die Führung „Von Wasser, Wald und Wiese“, die Geschichte auf spielerische Weise vermittelt. Das DHM ist also ein Ort, an dem Geschichte nicht nur präsentiert, sondern auch aktiv vermittelt und diskutiert wird – ein wichtiger Beitrag zur Stärkung historischer Urteilskraft.
Fazit: Dein Besuch im Deutschen Historischen Museum lohnt sich immer!
Das Deutsche Historische Museum ist und bleibt eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Berlin und ein absolutes Highlight für alle, die sich für die deutsche Geschichte begeistern. Auch wenn das imposante Zeughaus derzeit eine wohlverdiente Schönheitskur und eine inhaltliche Neuausrichtung erfährt, bietet der moderne Pei-Bau mit seinen spannenden Wechselausstellungen, dem Zeughauskino und den vielfältigen Bildungsangeboten ein reiches Programm. Es ist beeindruckend zu sehen, wie sich das Museum immer wieder anpasst und neue Wege findet, um die Vergangenheit lebendig zu halten und für ein breites Publikum zugänglich zu machen.
Ein Besuch im DHM ist mehr als nur ein Museumsbesuch – es ist eine Begegnung mit den Geschichten, die Deutschland geprägt haben, und eine Einladung, über die eigene Rolle in der Geschichte nachzudenken. Ob du nun die aktuellen Ausstellungen erkundest, in den digitalen Archiven stöberst oder einfach nur die einzigartige Architektur bewunderst – das Deutsche Historische Museum bietet dir eine unvergessliche und lehrreiche Erfahrung. Pack deine Neugier ein und mach dich auf den Weg zu diesem zentralen Ort der deutschen Erinnerungskultur, der auch ein wichtiger Bestandteil deines Museumsinsel Rundgangs sein sollte. Wir freuen uns darauf, dich dort zu sehen!
FAQ
Ist das Deutsche Historische Museum (DHM) aktuell geöffnet?
Ja, der moderne Pei-Bau des Deutschen Historischen Museums ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet und beherbergt die Wechselausstellungen. Das historische Zeughaus mit der Dauerausstellung ist jedoch wegen Sanierungsarbeiten und der Erarbeitung einer neuen Dauerausstellung geschlossen.
Was ist der Pei-Bau des DHM?
Der Pei-Bau ist der moderne Erweiterungsbau des Deutschen Historischen Museums, entworfen von dem berühmten Architekten Ieoh Ming Pei. Er zeichnet sich durch seine gläserne, lichtdurchflutete Architektur aus und dient während der Schließung des Zeughauses als Hauptausstellungsort für Sonderausstellungen und das Zeughauskino.
Gibt es spezielle Angebote für Kinder oder fremdsprachige Besucher im DHM?
Ja, das DHM bietet eine Vielzahl von Bildungsangeboten an. Dazu gehören spezielle Führungen für Kinder und Familien, das Projekt „Multaka – Treffpunkt Museum“ mit Führungen für Arabisch und Persisch sprechende Besucher sowie Führungen in Deutscher Gebärdensprache (DGS) und für blinde/sehbehinderte Personen.




