Schlosspark Schönhausen: Dein grünes Geschichtsbuch in Berlin

Abstract: Entdecke den Schlosspark Schönhausen, ein faszinierendes Gartendenkmal in Berlin-Pankow, das über 300 Jahre Geschichte in sich birgt. Von der barocken Pracht unter Königin Elisabeth Christine über die Landschaftsgestaltung Peter Joseph Lennés bis hin zur modernen Avantgarde der DDR-Ära – dieser Park erzählt viele Geschichten. Erfahre mehr über die aktuellen Entwicklungen, die Herausforderungen durch den Klimawandel und die vielfältigen Angebote, die dich in diesem einzigartigen Berliner Kleinod erwarten.

Stell dir vor, du schlenderst durch einen Park, in dem jede Allee, jeder Baum und jedes Beet eine eigene Geschichte flüstert. Einen Ort, der dich durch Jahrhunderte preußischer Eleganz, sowjetischer Präsenz und deutscher Wiedervereinigung führt. Genau das ist der Schlosspark Schönhausen in Berlin-Pankow. Er ist nicht nur eine grüne Oase der Ruhe und Schönheit, sondern auch ein lebendiges Geschichtsbuch, das sich ständig weiterentwickelt. Wenn du auf der Suche nach einem Ort bist, der Naturgenuss und tiefgreifende historische Einblicke auf einzigartige Weise verbindet, dann bist du hier genau richtig. Tauche ein in die Welt dieses besonderen Parks und entdecke, welche Neuigkeiten und faszinierenden Facetten er heute für dich bereithält.

Key Facts zum Schlosspark Schönhausen

  • Historische Vielfalt: Der Park vereint Gartenkunst aus über 300 Jahren, darunter barocke Elemente, Lennésche Landschaftsgestaltung und die gärtnerische Avantgarde der DDR-Zeit.
  • Königliche Sommerresidenz: Zwischen 1740 und 1797 war Schloss Schönhausen die geliebte Sommerresidenz von Königin Elisabeth Christine, der Gemahlin Friedrichs des Großen.
  • DDR-Präsidentensitz: Von 1949 bis 1960 diente das Schloss als Amtssitz des ersten und einzigen DDR-Präsidenten Wilhelm Pieck, was zu einer prägenden Umgestaltung des engeren Schlossgartens führte.
  • Zwei Gesichter: Eine Mauer teilt den Park in einen ummauerten, historisch bedeutsamen Schlossgarten und einen größeren, öffentlich zugänglichen Volkspark entlang der Panke.
  • Veranstaltungsort: Das Schloss ist heute ein Museum und bietet einen Festsaal für Konzerte, Lesungen und Empfänge sowie wechselnde Ausstellungen.
  • Klimawandel-Auswirkungen: Aktuellen Berichten zufolge ist der Baumbestand im Schlosspark Schönhausen durch die Extremwetterereignisse der letzten Jahre stark geschädigt.
  • Besucherzentrum in Planung: Zwischen 2020 und 2027 ist der Umbau der Nordgaragen zu einem Besucherzentrum geplant, um das Museumserlebnis zu erweitern.

Eine Zeitreise durch Berlins Gartenkunst

Der Schlosspark Schönhausen ist ein Meisterwerk der Gartenkunst, das die Handschrift verschiedener Epochen trägt. Ursprünglich vor über 300 Jahren angelegt, erlebte er seine erste Blütezeit unter Königin Elisabeth Christine (1715–1797), die das bescheidene Palais zur heutigen Größe ausbauen ließ und die Sommermonate in ihrem Refugium an der Panke verbrachte. Ihr Garten war anspruchsvoll gestaltet, mit Wasserbassins, einem Irrgarten und einem Heckenlabyrinth, und sogar Friedrich der Große lobte die Qualität der Obsternte aus den Treibhäusern, wo exotische Früchte wie Ananas und Melonen gezogen wurden.

Nach Elisabeth Christines Tod blieb Schönhausen im Besitz der Hohenzollern. Eine bedeutsame Umgestaltung erfolgte zwischen 1827 und 1829 durch den berühmten Hofgärtner Peter Joseph Lenné, der das Gelände in einen malerischen Landschaftspark verwandelte. Seine Gestaltung prägt noch heute den äußeren, größeren Teil des Parks mit seinen geschwungenen Wegen und dem natürlichen Lauf der Panke.

Ein weiterer einschneidender Wandel kam mit der Gründung der DDR. Ab 1949 diente Schloss Schönhausen als Amtssitz von Wilhelm Pieck, dem ersten Präsidenten der DDR. Das nur acht Hektar große Areal um das Schloss wurde mit einer Mauer umgeben und von Stadtgartendirektor Reinhold Lingner im Stil der gärtnerischen Avantgarde der Weimarer Republik neu gestaltet. Lingner integrierte architektonisch-lineare Elemente wie niedrige Mauern, geometrische Blumenbeete und flache Wasserbecken. Besonders markant sind die Sommerblumenbeete auf der Schlossterrasse, die im abstrakt-flächigen Stil des Malers Piet Mondrian bepflanzt sind. Diese verschiedenen Zeitschichten machen den Schlosspark Schönhausen zu einem einzigartigen Denkmal der Gartenbaukunst und der deutschen Geschichte.

Zwei Parks in einem: Vom Barockgarten zum Volkspark

Was den Schlosspark Schönhausen so besonders macht, sind seine „zwei Gesichter“. Der Park ist durch eine Mauer geteilt, die zwei völlig unterschiedliche Erlebnisse bietet. Der ummauerte Bereich ist der intime Schlossgarten, der seit der Eröffnung des Schlosses als Museum im Jahr 2009 wieder öffentlich zugänglich ist. Hier kannst du auf Spurensuche gehen und die prägenden Elemente des barocken Ursprungs entdecken, wie die Fläche des Parterres, die durch vier imposante Platanen markiert wird. Dieser Teil des Parks spiegelt die gärtnerische Avantgarde der Weimarer Republik und die Gestaltung der 1950er Jahre wider, mit Sondergärten wie dem Wasserpflanzengarten und dem Staudengarten.

Außerhalb der Mauer erstreckt sich der wesentlich größere, öffentliche Volkspark. Dieser behielt den landschaftlichen Charakter der Lenné’schen Gestaltung bei. Hier kannst du entlang der Panke spazieren, die den gesamten 30 Hektar umfassenden Park durchzieht. Der alte Baumbestand aus Akazien, Eichen und Kastanien verleiht dem Park eine märchenhafte und romantische Atmosphäre. Entlang der geschwungenen Wege findest du Ruhe und Erholung, abseits des städtischen Trubels. Ein Spielplatz an der Rolandstraße bietet zudem Spaß für die jüngsten Besucher. Die Kombination aus streng formalem Garten und weitläufiger Natur macht den Schlosspark Schönhausen zu einem vielseitigen Ausflugsziel für jeden Geschmack.

Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen im Schlosspark Schönhausen

Der Schlosspark Schönhausen ist nicht nur ein Ort der Geschichte, sondern auch ein lebendiger Raum, der sich ständig weiterentwickelt und neuen Herausforderungen stellt. Eine der aktuellsten und besorgniserregendsten Neuigkeiten betrifft den Baumbestand des Parks. Laut einem Parkschadensbericht der TU Berlin vom Januar 2024 ist der Baumbestand infolge der Extremwetterereignisse der Vorjahre, insbesondere der Dürre- und Hitzeperioden von 2018 bis 2020, stark geschädigt. Der Bericht stellt fest, dass es im Park keinen unbeschädigten Baum mehr gibt. Dies unterstreicht die Notwendigkeit von Erhaltungsmaßnahmen und zeigt, wie der Klimawandel selbst historische Grünanlagen beeinflusst. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg ist hier gefordert, Lösungen für den Schutz dieses wertvollen Baumbestandes zu finden.

Auf der positiven Seite gibt es auch spannende Zukunftspläne für den Schlosspark. Zwischen 2020 und 2027 ist die Erweiterung des Museums im Schloss Schönhausen und der Umbau der Nordgaragen zu einem modernen Besucherzentrum vorgesehen. Dies wird das Besuchererlebnis erheblich verbessern und mehr Raum für Ausstellungen, Informationen und Serviceangebote schaffen. Das Schloss selbst bietet weiterhin ein reiches Kulturprogramm mit Konzerten, Lesungen und festlichen Empfängen im einzigartigen Rokoko-Festsaal. Auch die Dauerausstellungen zur Geschichte des Schlosses als königliche Sommerresidenz und als Zentrum sozialistischer Repräsentation sind immer einen Besuch wert. Die Sammlung Dohna-Schlobitten, die bedeutende Zeugnisse europäischer Adelskultur zeigte, ist nach 2019 ins Schloss Doberlug umgezogen, aber die Geschichte Ostpreußens bleibt ein Teil der Erzählung des Schlosses.

Dein Besuch im Schlosspark Schönhausen: Mehr als nur Grün

Ein Besuch im Schlosspark Schönhausen ist weit mehr als nur ein Spaziergang durch eine Grünanlage. Es ist eine Reise durch die deutsche Geschichte und ein Eintauchen in die Schönheit der Natur. Du kannst das Schloss als Museum erkunden, in dem Rokoko-Interieurs aus der Zeit Elisabeth Christines ebenso zu finden sind wie Repräsentationsräume aus der DDR-Ära, darunter das Arbeitszimmer von Wilhelm Pieck. Die wechselnden Ausstellungen und Veranstaltungen im Schloss sorgen dafür, dass es immer wieder Neues zu entdecken gibt. Besonders hervorzuheben sind die „Schönhausener Schlossgespräche“, bei denen bekannte Persönlichkeiten aus Politik und Öffentlichkeit zu Gast sind.

Der Park selbst lädt zu ausgedehnten Erkundungen ein. Für Familien mit Kindern gibt es sogar eine interaktive „Augen Auf Rallye“, die spielerisch die Geheimnisse des Parks, seine Personen und seltenen Naturschönheiten näherbringt. Und für alle, die gerne aktiv sind, führt der Radfernweg Berlin–Usedom direkt durch den Park, identisch mit dem Panke-Radweg. Das macht den Schlosspark Schönhausen zu einem idealen Ziel für einen Tagesausflug, sei es zum Entspannen, zur kulturellen Bildung oder für sportliche Aktivitäten. Er ist ein perfektes Beispiel dafür, wie Berlin seine Geschichte bewahrt und gleichzeitig moderne Erlebnisse schafft. Plane deinen nächsten Ausflug und lass dich von diesem besonderen Ort verzaubern. Weitere tolle Sehenswürdigkeiten und schöne Wanderwege Berlin findest du übrigens auch auf unserer Seite.

Fazit

Der Schlosspark Schönhausen ist ein wahres Juwel in Berlin-Pankow, das dich mit seiner einzigartigen Mischung aus Geschichte, Natur und Kultur begeistern wird. Von den barocken Anfängen unter Königin Elisabeth Christine über die prägende Umgestaltung durch Peter Joseph Lenné bis hin zu seiner Rolle als Amtssitz des DDR-Präsidenten – der Park erzählt auf Schritt und Tritt faszinierende Geschichten. Die aktuellen Herausforderungen durch den Klimawandel zeigen, wie wichtig der Schutz dieser historischen Grünanlage ist, während geplante Erweiterungen wie das Besucherzentrum das Erlebnis für dich noch bereichern werden. Egal, ob du dich für Gartenkunst, preußische Geschichte, die Ära der DDR oder einfach nur für eine Auszeit im Grünen interessierst, der Schlosspark Schönhausen bietet dir unzählige Möglichkeiten. Erlebe selbst, wie Vergangenheit und Gegenwart in diesem besonderen Berliner Ort harmonisch miteinander verschmelzen und lass dich von seiner Schönheit und seinem kulturellen Reichtum verzaubern.

FAQ

Welche historischen Epochen prägten den Schlosspark Schönhausen?

Der Schlosspark Schönhausen wurde von verschiedenen Epochen geprägt: Ursprünglich im Barock angelegt, erlebte er seine Blütezeit unter Königin Elisabeth Christine. Später wurde er von Peter Joseph Lenné in einen Landschaftspark umgestaltet. In der DDR-Zeit wurde der engere Schlossgarten im Stil der gärtnerischen Avantgarde der Weimarer Republik neu gestaltet, als das Schloss Amtssitz von Wilhelm Pieck war.

Gibt es aktuelle Nachrichten bezüglich des Baumbestandes im Schlosspark Schönhausen?

Ja, laut einem Bericht der TU Berlin vom Januar 2024 ist der Baumbestand im Schlosspark Schönhausen durch die Dürre- und Hitzeperioden der Jahre 2018-2020 stark geschädigt. Es gibt demnach keinen unbeschädigten Baum mehr im Park.

Was ist im Schlosspark Schönhausen für Familien mit Kindern geboten?

Für Familien mit Kindern gibt es im Schlosspark Schönhausen einen Spielplatz an der Rolandstraße. Außerdem wird eine interaktive ‚Augen Auf Rallye‘ angeboten, die Kinder spielerisch auf eine Wissens- und Entdeckertour durch den Park mitnimmt.

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