TXL Nachnutzung Berlin: Vom Flughafen zur Stadt der Zukunft

Abstract:

Der ehemalige Flughafen Berlin-Tegel (TXL) wird zu einem zukunftsweisenden Stadtteil umgewandelt. Die TXL Nachnutzung Berlin umfasst die Urban Tech Republic, einen Forschungs- und Industriepark für urbane Technologien, das Schumacher Quartier mit über 5.000 bezahlbaren Wohnungen und die Tegeler Stadtheide als großes Natur- und Landschaftsschutzgebiet. Das auf Nachhaltigkeit ausgelegte Projekt wird von landeseigenen Gesellschaften entwickelt und soll ab 2027 die ersten Mieter und Unternehmen begrüßen, um Berlin als Innovations- und Lebensstandort zu stärken.

Der Flughafen Berlin-Tegel, liebevoll TXL genannt, war für viele von uns mehr als nur ein Abflugort. Mit seiner ikonischen Hexagonalform und den kurzen Wegen war er ein Symbol für effizientes Reisen und ein Stück Berliner Identität. Doch seit seiner Schließung im November 2020 hat sich der Blick auf das Areal gewandelt. Was einst ein pulsierendes Tor zur Welt war, wird nun zu einem der spannendsten Stadtentwicklungsprojekte Europas: die TXL Nachnutzung Berlin. Hier entsteht nicht weniger als ein Modell für die smarte, nachhaltige und soziale Stadt von morgen. Begleite uns auf eine Reise durch die visionären Pläne, die dieses geschichtsträchtige Gelände in ein lebendiges Quartier voller Innovation und Lebensqualität verwandeln werden. Es ist eine Geschichte von Abschied und Aufbruch, die Berlin einmal mehr als Vorreiter für zukunftsweisende Stadtentwicklung positioniert.

Key Facts zur TXL Nachnutzung Berlin

Die Transformation des ehemaligen Flughafens Tegel ist ein Großprojekt, das mit beeindruckenden Zahlen und ambitionierten Zielen aufwartet. Hier sind die wichtigsten Fakten, die du kennen solltest:

  • Gesamtfläche: Das Areal umfasst rund 500 Hektar, was etwa 700 Fußballfeldern entspricht und somit eines der größten innerstädtischen Entwicklungsprojekte in Europa ist.
  • Kein Verkauf: Das Land Berlin hat sich bewusst gegen einen Verkauf der Flächen entschieden. Stattdessen wird die Entwicklung und Verwaltung durch die landeseigenen Gesellschaften Tegel Projekt GmbH und Grün Berlin GmbH verantwortet.
  • Urban Tech Republic: Im Herzen des Geländes entsteht ein Forschungs- und Industriepark für urbane Technologien. Hier sollen bis zu 1.000 Unternehmen und 20.000 Beschäftigte Platz finden, die an Lösungen für die Stadt der Zukunft arbeiten.
  • Schumacher Quartier: Im Osten des Areals werden über 5.000 bezahlbare Wohnungen für mehr als 10.000 Menschen gebaut, ergänzt durch Schulen, Kindergärten und Einkaufsmöglichkeiten. Es wird voraussichtlich das größte Holzbau-Quartier Europas.
  • Grüne Lunge: Die Tegeler Stadtheide wird auf 220 Hektar als Natur- und Landschaftsschutzgebiet erhalten und entwickelt, um einen weitläufigen urbanen Freiraum zu schaffen.
  • Langfristiger Zeitplan: Die Entwicklung erstreckt sich über einen Zeitraum von etwa 20 Jahren, wobei erste Mieter und Bewohner voraussichtlich ab 2027 einziehen können.
  • Nachhaltigkeit im Fokus: Das gesamte Projekt ist als „Leuchtturm für Nachhaltigkeit“ konzipiert, der soziale, ökologische und wirtschaftliche Anforderungen in Einklang bringt.

Urban Tech Republic: Das Herzstück der Innovation

Stell dir vor, wo einst Flugzeuge abhoben, forschen und arbeiten heute die klügsten Köpfe an den Herausforderungen der Zukunft. Die Urban Tech Republic ist genau das: ein pulsierendes Ökosystem für urbane Technologien. Rund um die denkmalgeschützten Flughafengebäude, insbesondere das ikonische Terminal A, entsteht auf 202 Hektar ein Forschungs- und Industriepark, der Wissenschaft, Forschung, Start-ups und etablierte Unternehmen zusammenbringt. Hier werden Lösungen für die Städte von morgen entwickelt – sei es in den Bereichen Energieeffizienz, nachhaltige Mobilität, Kreislaufwirtschaft oder intelligente Infrastrukturen.

Ein zentraler Akteur in diesem Innovationshub ist die Berliner Hochschule für Technik (BHT). Sie wird große Teile des Terminal A beziehen und dort ihre Fachbereiche für Urban Technologies bündeln. Die Idee ist, Synergien mit den ansässigen Unternehmen zu schaffen und einen lebendigen Campus zu etablieren. Das Terminalgebäude selbst, einst für seine „kurzen Wege“ berühmt, wird umfassend saniert und umgebaut, wobei sein architektonischer Charakter erhalten bleibt und gleichzeitig neue, moderne Forschungs- und Arbeitsumgebungen entstehen. Die Urban Tech Republic ist somit nicht nur ein Ort der Arbeit, sondern auch ein Schmelztiegel für Ideen, der Berlin als Wissenschafts- und Innovationsstandort weiter stärkt.

Schumacher Quartier: Ein Zuhause für Tausende

Neben der Innovation kommt auch das Wohnen nicht zu kurz. Im Osten des ehemaligen Flugfeldes wächst das Schumacher Quartier heran, das einen entscheidenden Beitrag zur Wohnungsbau- und Stadtentwicklungsstrategie Berlins leisten wird. Auf 46 Hektar entstehen hier über 5.000 bezahlbare Wohnungen für mehr als 10.000 Menschen. Aber das Schumacher Quartier ist mehr als nur eine Ansammlung von Gebäuden; es ist als vollständiges, soziales und nachhaltiges Stadtquartier geplant.

Das bedeutet, dass neben den Wohnungen auch die notwendige Infrastruktur wie Schulen, Kindergärten und Einkaufsmöglichkeiten entstehen. Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Nachhaltigkeit: Das Quartier wird voraussichtlich das größte Holzbau-Quartier Europas, was nicht nur ökologische Vorteile bietet, sondern auch für ein angenehmes Wohnklima sorgt. Die Entwicklung erfolgt nach klaren sozialen Leitlinien, wobei 50% der Wohnungen von drei landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften errichtet werden, um bezahlbaren Wohnraum langfristig zu sichern. Das Schumacher Quartier wird somit zu einem Vorzeigeprojekt für zukunftsfähiges, urbanes Wohnen in Berlin.

Die grüne Lunge: Tegeler Stadtheide und Freiraumkonzept

Die TXL Nachnutzung Berlin ist nicht nur ein Projekt für Technologie und Wohnen, sondern auch ein Bekenntnis zur Natur. Ein Drittel des gesamten Areals, genauer gesagt 220 Hektar, ist für die Entwicklung der Tegeler Stadtheide vorgesehen. Dieses Gebiet wird zu einem zukünftigen Natur- und Landschaftsschutzgebiet und bildet einen weitläufigen urbanen Freiraum. Während sensible Bereiche der vielfältigen Flora und Fauna vorbehalten bleiben, wird ein weitläufiger Landschaftsraum die Brücke von Stadt, Wohnen und Arbeit zur Natur schlagen.

Das Freiraumkonzept ist integraler Bestandteil des Masterplans und zielt darauf ab, die vorhandenen Landschaftselemente zu erhalten und zu qualifizieren. Die Entwicklung erfolgt aus der unbebauten Landschaft heraus, um eine harmonische Integration zu gewährleisten. Große Grünachsen durchziehen den Standort, gliedern den Raum und vernetzen die Bauquartiere mit der Landschaft. Die Nord-Süd gerichtete Freiraumachse östlich des Towers stellt dabei ein zentrales Element dar. Ökologische Standards wie Dach- und Fassadenbegrünung sowie ein zukunftsgerichteter Umgang mit Wasser sind immanent. Für die Berlinerinnen und Berliner bedeutet dies einen neuen, riesigen Erholungsraum, der an die Tradition des Tempelhofer Feldes anknüpft und gleichzeitig eigene Akzente setzt.

Von der Vision zur Realität: Der Zeitplan der TXL Nachnutzung Berlin

Ein Projekt dieser Größenordnung erfordert einen langen Atem und eine sorgfältige Planung. Die TXL Nachnutzung Berlin ist auf einen Zeitraum von etwa 20 Jahren angelegt, wobei die ersten Schritte bereits kurz nach der Schließung des Flughafens erfolgten. Schon 2021 begannen die Vorbereitungen für den ersten Bauabschnitt, inklusive der Herstellung von Baustraßen und der Beräumung von Altlasten. Parallel dazu starteten erste Vergabeverfahren für Grundstücke in der Urban Tech Republic und im Schumacher Quartier.

Ab 2022 wurden die Sanierungen in den Bestandsgebäuden vorangetrieben und erste Tiefbauarbeiten im Schumacher Quartier gestartet. Ein wichtiger Meilenstein ist das Jahr 2027: Ab dann können die ersten Mieterinnen und Mieter in ihre Wohnungen einziehen. Auch die ehemaligen Terminals A und B, der Tower und die Hangars sollen dann umgebaut und bezugsfertig sein, sodass die Beuth Hochschule und das Gründungs- und Innovationszentrum ihren Betrieb aufnehmen können. Die Entwicklung erfolgt phasenweise, um eine plausible Flächen- und Infrastrukturentwicklung zu gewährleisten. Dabei wird die Öffentlichkeit kontinuierlich informiert und eingebunden, wie es beispielsweise der „Tag der offenen Tür“ im August 2021 zeigte, bei dem Berlinerinnen und Berliner einen letzten Blick hinter die Kulissen des ehemaligen Flughafens werfen und gleichzeitig einen Ausblick auf die Zukunft erhalten konnten.

Fazit: Berlin TXL – Ein Modell für die Zukunft

Die TXL Nachnutzung Berlin ist ein Paradebeispiel dafür, wie eine Metropole auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts reagiert. Wo einst Flugzeuge starteten, entsteht nun ein zukunftsweisender Stadtteil, der Forschung, Wohnen und Natur auf einzigartige Weise miteinander verbindet. Es ist ein mutiges Projekt, das Berlin als Leuchtturm für Nachhaltigkeit, Innovation und Lebensqualität positioniert.

Das Konzept der Urban Tech Republic wird die Entwicklung urbaner Technologien vorantreiben, das Schumacher Quartier bietet dringend benötigten, bezahlbaren Wohnraum und die Tegeler Stadtheide schafft eine grüne Lunge für Erholung und Artenvielfalt. Die sorgfältige Planung, die Einbindung der Öffentlichkeit und der langfristige Ansatz zeigen, dass Berlin bereit ist, neue Wege zu gehen. Für uns Berliner bedeutet die TXL Nachnutzung Berlin nicht nur die Entwicklung eines neuen Quartiers, sondern auch die Fortsetzung einer spannenden Geschichte – die Geschichte einer Stadt, die sich immer wieder neu erfindet und dabei stets den Blick nach vorne richtet. Wir dürfen gespannt sein, wie sich dieses visionäre Projekt in den kommenden Jahren weiter entfaltet und Berlin ein weiteres einzigartiges Kapitel hinzufügt. Wenn du mehr über die Historie des Flughafens erfahren möchtest, schau dir doch unseren Beitrag zum Thema Flughafen Tegel Geschichte an.

FAQ

Wann wurde der Flughafen Tegel geschlossen und wann beginnt die Nachnutzung?

Der zivile Flugbetrieb am Flughafen Berlin-Tegel wurde im November 2020 eingestellt. Die offizielle Entlassung aus der Planfeststellung erfolgte am 5. Mai 2021, und die Tegel Projekt GmbH hat das Gelände anschließend übernommen. Die Vorbereitungen für die Nachnutzung begannen bereits 2021, mit ersten Einzügen von Mietern und Unternehmen, die ab 2027 erwartet werden.

Was sind die Hauptbestandteile des Projekts TXL Nachnutzung Berlin?

Das Projekt gliedert sich hauptsächlich in drei Bereiche: die Urban Tech Republic, ein Forschungs- und Industriepark für urbane Technologien; das Schumacher Quartier, ein Wohngebiet mit über 5.000 bezahlbaren Wohnungen; und die Tegeler Stadtheide, ein 220 Hektar großes Natur- und Landschaftsschutzgebiet, das als Erholungsraum dient.

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