Die Volksbühne Berlin am Rosa-Luxemburg-Platz schlägt ein neues, aufregendes Kapitel auf. Nach dem plötzlichen Tod von René Pollesch übernahm Matthias Lilienthal die Intendanz und sorgte bereits mit einem ‚Volksbad‘ für Gesprächsstoff. Erfahre alles über die aktuellen Entwicklungen, den neuen Spielplan 2026/2027 und wie dieses traditionsreiche Haus weiterhin Berlins Kulturlandschaft prägt. Ein tiefer Einblick in die Avantgarde, die Geschichte und die Zukunft eines der wichtigsten Theater der Hauptstadt.
Berlin, du pulsierende Metropole der Kultur und des Wandels! Wenn es ein Haus gibt, das diese Eigenschaften wie kaum ein anderes verkörpert, dann ist es die Volksbühne Berlin am Rosa-Luxemburg-Platz. Ein Ort, der seit über einem Jahrhundert die Gemüter erregt, begeistert und immer wieder neu definiert, was Theater sein kann. Wir nehmen dich mit auf eine Reise durch die jüngsten Entwicklungen und werfen einen Blick hinter die Kulissen dieses legendären Hauses, das sich stets neu erfindet und dabei doch seinem revolutionären Geist treu bleibt. Mach dich bereit für spannende Neuigkeiten, denn die Volksbühne ist und bleibt ein unverzichtbarer Anker in der vielfältigen Berliner Kulturlandschaft, der immer wieder zum Nachdenken anregt und die Grenzen des Möglichen auslotet.
Key Facts zur Volksbühne Berlin
- Historische Wurzeln: Die Volksbühne wurde 1890 als Verein „Freie Volksbühne“ gegründet, um Theater für die Arbeiterklasse zugänglich zu machen. Das heutige Gebäude am Rosa-Luxemburg-Platz wurde 1913-1914 aus Spenden der Mitglieder errichtet.
- Architektonisches Juwel: Das Theater beeindruckt mit seiner imposanten Architektur und einer einzigartigen Atmosphäre, die von vielen Besuchern geschätzt wird.
- Wandel der Intendanzen: Nach einer Ära unter Frank Castorf und einer kurzen, turbulenten Zeit unter Chris Dercon übernahm René Pollesch 2021 die Intendanz und gab dem Haus seinen ursprünglichen Namen zurück.
- Tragischer Verlust und Neuanfang: Im Februar 2024 verstarb René Pollesch überraschend. Matthias Lilienthal wurde sein Nachfolger und stellte im Juni 2026 seine Pläne für die Spielzeit 2026/2027 vor.
- Das „Volksbad“-Experiment: Unter Lilienthals Ägide sorgte die Installation eines öffentlichen Schwimmbades auf dem Rosa-Luxemburg-Platz für viel Aufsehen und Debatten über die Nutzung öffentlicher Gelder und den Kunstbegriff.
- Künstlerisches Team: Lilienthal wird von einem beratenden Team unterstützt, darunter die renommierten Choreografinnen Florentina Holzinger und Marlene Monteiro Freitas.
- Zuschauerraum: Ursprünglich mit 1968 Plätzen ausgestattet, wurde die Kapazität in den 1960er Jahren auf die heutigen rund 800 Plätze reduziert.
Ein neuer Kapitän am Steuer: Matthias Lilienthal übernimmt
Die Volksbühne Berlin hat in ihrer Geschichte schon viele Intendanten kommen und gehen sehen, doch der jüngste Wechsel war von besonderer Dramatik geprägt. Nach dem überraschenden Tod des hochgeschätzten René Pollesch im Februar 2024 stand das Haus vor einer ungewissen Zukunft. Pollesch hatte in seinen drei Spielzeiten seit 2021 dem Theater wieder seinen ursprünglichen Namen „Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz“ zurückgegeben und acht eigene Inszenierungen zur Premiere gebracht, flankiert von Künstlern wie Florentina Holzinger und Constanza Macras. Für eine Übergangszeit übernahmen Vegard Vinge und Ida Müller die Interimsintendanz, bevor im Juni 2026 eine wegweisende Nachricht die Runde machte: Matthias Lilienthal, eine bekannte Größe in der Berliner Theaterszene und bereits unter Frank Castorf an der Volksbühne tätig, kehrt als Intendant zurück.
Lilienthal, der zuvor das HAU und die Münchner Kammerspiele leitete, ist bekannt für seinen unkonventionellen Ansatz und seine Fähigkeit, Theater neu zu denken. Seine Rückkehr verspricht eine Fortsetzung des experimentellen und avantgardistischen Geistes, für den die Volksbühne seit jeher steht. Mit einem beratenden Team, zu dem auch die Choreografinnen Florentina Holzinger und Marlene Monteiro Freitas gehören, will er neue Impulse setzen und das Theater als lebendigen Ort des Diskurses und der künstlerischen Freiheit weiterentwickeln. Diesen spannenden Neuanfang kannst du hautnah miterleben, wenn du dich auf eine Reise durch Berlins vielfältige Theaterstadt begibst.
Das „Volksbad“: Eine kühne Idee spaltet die Gemüter
Kaum im Amt, sorgte Matthias Lilienthal bereits für ordentlich Furore – und das noch bevor die erste Premiere über die Bühne ging. Seine Idee, ein öffentliches Schwimmbad, das „Volksbad“, direkt auf dem Rosa-Luxemburg-Platz vor dem Theater zu installieren, schlug hohe Wellen. Ein 25-Meter-Becken mitten in Berlin-Mitte, inspiriert von Florentina Holzingers „Ophelia’s got Talent“, sollte die Volksbühne noch stärker mit dem öffentlichen Raum verbinden und einen Ort der Begegnung schaffen. Die Absicht dahinter war klar: Theater soll nicht nur hinter verschlossenen Türen stattfinden, sondern in den Alltag der Menschen hineinwirken, zugänglich sein und überraschen. Doch die Umsetzung und vor allem die Kosten von über 400.000 Euro für das Projekt stießen auf geteilte Meinungen.
Während Befürworter die innovative und bürgernahe Idee lobten, kritisierten andere den Umgang mit Steuermitteln und die Prioritätensetzung. Die Debatte reichte von „guter Sozialarbeit“ bis hin zu „schlechter Kunst“, wie Lilienthal selbst zitiert wurde. Es zeigte sich einmal mehr, dass die Volksbühne ein Ort ist, der provoziert und zum Nachdenken anregt – über Kunst, Gesellschaft und die Rolle des Theaters in der Stadt. Unabhängig von der persönlichen Meinung zum „Volksbad“ hat Lilienthal damit bewiesen, dass er bereit ist, Konventionen zu brechen und neue Wege zu gehen, ganz im Sinne der Avantgarde, die die Volksbühne Berlin seit ihrer Gründung prägt. Es ist ein Erlebnis, das sich von einem Besuch im Strandbad Wannsee deutlich unterscheidet, aber auf seine Weise unvergesslich ist.
Der neue Spielplan 2026/2027: Erwartungen und erste Reaktionen
Mit Spannung wurde die Eröffnung der Spielzeit 2026/2027 unter Matthias Lilienthals Leitung erwartet. Im Oktober 2026 fiel der Startschuss mit einem „geballten Auftakt“, der drei Premieren innerhalb weniger Tage umfasste. Auf dem Programm standen unter anderem Werke von Florentina Holzinger und Rimini Protokoll, die für ihre experimentellen und oft gesellschaftskritischen Arbeiten bekannt sind. Lilienthal versprach eine Spielzeit, die „Impulse setzen“ und das Publikum herausfordern würde.
Die ersten Kritiken fielen jedoch gemischt aus, teilweise sogar enttäuschend. Einige Stimmen bemängelten, dass „Faust“ auf „toxische Männlichkeit“ reduziert und „Kleist auf Demokratiefeindlichkeit“ verkürzt werde. Die Erwartungen an den neuen Intendanten waren hoch, und die Meinungen über die künstlerische Ausrichtung und die Inszenierungen gingen weit auseinander. Doch gerade diese lebhafte Diskussion ist ein Markenzeichen der Volksbühne. Sie ist kein Ort für gefälliges Entertainment, sondern ein Labor für Ideen, ein Spiegel der Gesellschaft und ein Forum für Debatten. Die Volksbühne Berlin bleibt ihrem Ruf treu, ein Ort zu sein, der polarisiert und dazu anregt, über Kunst und ihre Bedeutung nachzudenken. Das ist es, was sie so einzigartig und zu einem unverzichtbaren Teil der Kultur Berlins macht.
Die Volksbühne als kultureller Anker und Reisetip
Die Volksbühne Berlin ist weit mehr als nur ein Theater; sie ist ein kultureller Ankerpunkt und ein Spiegel der deutschen Geschichte. Seit ihrer Gründung im Jahr 1890, mit dem Ziel, Theater für breite Bevölkerungsschichten zugänglich zu machen, hat sie sich zu einer Institution entwickelt, die Avantgarde und Tradition auf einzigartige Weise verbindet. Das beeindruckende Gebäude am Rosa-Luxemburg-Platz, das nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg 1954 wiedereröffnet wurde, ist selbst ein Stück gelebte Geschichte. Es ist ein Ort, an dem sich Generationen von Theatermachern und Künstlern verwirklichten und das Publikum immer wieder aufs Neue herausforderten.
Für dich als Berlin-Besucher oder Einheimischen ist die Volksbühne ein absolutes Muss. Auch wenn du nicht unbedingt eine Vorstellung besuchen möchtest, lohnt sich ein Spaziergang zum Rosa-Luxemburg-Platz, um die imposante Architektur zu bestaunen und die besondere Atmosphäre dieses historischen Ortes auf dich wirken zu lassen. Vielleicht entdeckst du ja sogar das „Volksbad“ oder andere temporäre Kunstinstallationen, die Lilienthal und sein Team in Zukunft noch präsentieren werden. Die Volksbühne ist ein lebendiger Beweis dafür, dass Kunst und Kultur in Berlin keine starren Konzepte sind, sondern sich ständig weiterentwickeln und immer wieder neue Perspektiven eröffnen. Es ist ein Ort, an dem du die Seele Berlins spüren und dich von der Energie der Stadt mitreißen lassen kannst.
Fazit
Die Volksbühne Berlin hat einmal mehr bewiesen, dass sie ein Ort des ständigen Wandels und der künstlerischen Auseinandersetzung ist. Mit Matthias Lilienthal an der Spitze beginnt ein neues, spannendes Kapitel, das sicherlich weiterhin für Gesprächsstoff sorgen wird. Der plötzliche Verlust von René Pollesch war ein Schock, doch die Volksbühne blickt mit Lilienthal und seinem kreativen Team mutig in die Zukunft. Die kontroverse „Volksbad“-Installation und die ersten Reaktionen auf den Spielplan 2026/2027 zeigen, dass das Haus weiterhin provoziert, herausfordert und das Publikum dazu anregt, über Kunst und ihre Rolle in der Gesellschaft nachzudenken.
Ob du ein langjähriger Theatergänger bist oder Berlin zum ersten Mal besuchst: Die Volksbühne Berlin ist ein Erlebnis, das du dir nicht entgehen lassen solltest. Sie steht für Avantgarde, für Diskurs und für eine unkonventionelle Auseinandersetzung mit den großen Fragen unserer Zeit. Tauche ein in die einzigartige Atmosphäre dieses Hauses am Rosa-Luxemburg-Platz und lass dich von der Energie und Kreativität mitreißen, die die Volksbühne zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Berliner Kulturlandschaft macht. Sie ist ein lebendiger Beweis dafür, dass Theater mehr sein kann als nur Unterhaltung – es ist ein Spiegel, ein Motor und ein Ort der unbegrenzten Möglichkeiten.
FAQ
Wer ist der aktuelle Intendant der Volksbühne Berlin?
Seit Juni 2026 ist Matthias Lilienthal der Intendant der Volksbühne Berlin. Er übernahm die Leitung nach dem plötzlichen Tod von René Pollesch im Februar 2024.
Was ist das „Volksbad“-Projekt der Volksbühne?
Das „Volksbad“ war eine temporäre Installation eines öffentlichen Schwimmbades auf dem Rosa-Luxemburg-Platz vor der Volksbühne, initiiert von Intendant Matthias Lilienthal. Es sollte das Theater in den öffentlichen Raum erweiterten, sorgte aber aufgrund der Kosten und des Konzepts für Diskussionen.
Welche Art von Theaterstücken werden in der Volksbühne Berlin aufgeführt?
Die Volksbühne Berlin ist bekannt für ihren avantgardistischen und experimentellen Ansatz. Der Spielplan umfasst oft gesellschaftskritische und unkonventionelle Inszenierungen, die das Publikum herausfordern und zum Nachdenken anregen.
Wo befindet sich die Volksbühne Berlin?
Die Volksbühne Berlin befindet sich am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin-Mitte, genauer gesagt in der Linienstraße 227, 10178 Berlin.
Wie viele Sitzplätze hat die Volksbühne Berlin?
Der Zuschauerraum der Volksbühne Berlin hat heute rund 800 Plätze. Ursprünglich, vor den Umbauten in den 1960er Jahren, waren es 1968 Plätze.



